carottes

installation, Haus des Lehrers, Alexanderplatz, Berlin 2000

   
       
       
       
       
       
       
 

Das sonst nur von grossen Konzernen im Stadtraum plazierte glatte (Werbe-)Display wird seiner ökonomischen Funktionalität enthoben und an verschiedene ideologische Momente herangeführt. Unter anderem an das Motiv der monumentalen politischen Skulptur. Die Frage nach Grössenverhältnissen im Zusammenhang mit Ideologien thematisiert das Mosaik am Haus des Lehrers seit der Ideologiewende 1989 ständig selbst. Dennoch: Wann wird Größe monumental und wie steht Größe in Relation zum umgebenden Stadtraum? Wie kann man über Größe entscheiden ohne der Diktatur der richtigen Proportion und der Angemessenheit zu erliegen?
Zur gebauten Ideologie der ehemaligen DDR Architektur wird eine weitere Ideologie hinzugefügt: in den Osten gehen, heisst weiter in den Osten, in den südostasiatischen Raum gehen und eine Drittweltisierung der sogenannten ersten Welt mitbringen.
Es sind die dem asiatischen Kulturraum entnommen großformatigen Gesichter, die wie aus Comics entstiegen, auf die Erde gefallene Riesenwesen wirken, die uns betrachten und neben uns ihr eigenes Leben im Stadtraum führen.
Wir, die Betrachter, die Bilder-Voyeure, werden von Bildern gesehen, die größer sind als wir selbst. Nicht die Größe produziert notwendigerweise Monumentalität, sie ist von ihrer Motivation und dem Gebrauch der Zeichen abhängig.