fuckem if they dont wanna see o’listen o’read

Installation, Kunstraum Bethanien 2001

 


Wie kann man über einen spezifischen Ort nachdenken und von dort aus in Verweis- und Bezugssysteme zu anderen bekannten und unbekannten Orten eintreten? Der Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg und die Ereignisse der linken Mai-Demonstration im Jahr 2001, sowie die Subjekte von Revolten und ihre antagonistischen Zeichen bilden den Ausgangspunkt der dreiteiligen Installation, zu der ich Sina Choi und Frank Motz um Beiträge gebeten habe.
Putsch, VAFFANCULO POLIZIA und Christopher Wool sind Teile einer Anordnung, die die Ebene des »Lokalen« mit der Ebene des »Globalen« zu verbinden versucht. (»Lokal« und »global« sollten hier sowohl die räumlichen als auch die zeitlichen Positionierungen der Körper und ihre Handlungen charakterisieren.) Die Idee ist, eine Verknüpfung zwischen Überlegungen zu mikropolitischen Ansätzen und »metapolitischen« Vorstellungen einer global politischen Subjektivität herzustellen. Im Zentrum der mikropolitischen Ansätze stehen politische Praktiken des sozialen und politischen Handelns, Ansätze die außerhalb einzelner Institutionen angesiedelt sind und die den politischen Raum in seiner Alltäglichkeit und seiner Qualität als Interaktion und Kommunikation zwischen wenigen Personen erfassen.
Eine Überlegung ist wie wir uns (aus diesen mikropolitischen Ansätzen heraus) weltweit verbinden können, um die Vorstellung einer Gemeinschaft zu entwerfen, die mehr ist als nur die Summe ihrer Teile, in der es kein totalitäres »Wir«, sondern ein (in)differentes, divergierendes gibt. Welche Mengen ergeben sich durch Überschneidungen von Mirkopolitiken und wie stellt sie sich dar? Verwendet habe ich antagonistische Zeichen aus dem Kontext von Straßenrevolten in sozialistischen Staaten, in westlichen Staaten und in »Dritte Welt«-Staaten, sowie verschiedene Statements aus den Bereichen der westlichen Kunst, der linken Theorie und des radikalen Widerstands.
Part 1: Putsch
Das konkrete historische Ereignis einer Straßenschlacht in Manila am 1. Mai 2001 wird visuell zitiert. Politisch der traditionell linken Mai-Demonstration vollkommen entgegengesetzt, handelte es sich um einen Putschversuch der Anhänger des populistischen, ehemaligen Präsidenten Joseph Estrada und Teilen des Militärs gegen die amtierende Regierung der Präsidentin Arroyo.
Part 2: VAFFANCULO POLIZIA,
Individuelle Positionen und deren verändertes Verhältnis zur Gemeinschaft
Unmöglich erscheint es uns, sich in einer Gruppe, im Raum des Gemeinschaftlichen niederzulassen, der über eine Zwei-Personen-Konstellation hinausgeht. Dennoch ergibt sich, vermittelt durch die Plötzlichkeit eines Ereignisses, eine Vervielfältigung von bislang vielleicht unbenutzten Identifikationsmöglichkeiten, meinethalben auch Identitäten oder Mustern, ins Nichtmehrzählbare. Diese Vielheit oder Mannigfaltigkeit von Identifikationsmöglichkeiten, die undifferenziert und ungenau ist, kann aber trotz allem bestimmte Abläufe durchkreuzen, die ebenfalls nur scheinbar geordnet sind. Sie kann, indem sie schon bestehende politische Strömungen umleitet oder stoppt, politisch effektiv werden.
Sina Choi, eine Freundin, die am 1. Mai 2001 in Berlin demonstrierte und verhaftet wurde, formuliert hier sowohl eine gesellschaftlich an uns herangetragene Desillusionierung, als auch den Wunsch nach neuen politischen Handlungsmöglichkeiten. Konsequent widersprüchlich beschreibt sie die Unmöglichkeit und Sehnsucht nach unvereinheitlichten Visionen.
Sina Choi, Audioauszug: »Ich bin zur Demonstration gegangen mit einer Art Schuldgefühl überhaupt hinzugehen, aber ich wollte es trotzdem, denn in Berlin, war die Energie anders (als in New York). Ich denke die Realität meiner Situation erscheint dort klarer. In Berlin bin ich von meinem realen Leben enthoben, so dass ich bestimmte Dinge tun konnte, für die ich mich zu Hause vielleicht zu befangen fühlte – zu einer Demonstration zu gehen zum Beispiel. Schon die Tatsache, dass ich auf der Columbia Universität studiere und meine Eltern $ 30.000 im Jahr bezahlen, macht das Ganze widersprüchlich. Die Proteste die dort stattfinden sind nicht von Arbeiter/innen selbst, sondern von elitären Collegekids, die viele Sachen zum Lesen haben – Dinge, die man liest und sagt: »Ja das ist richtig. Ja, die Arbeiter/innen sind unterdrückt und es stimmt, dass die großen Konzerne entscheiden, was passiert.« Und dir wird gleichzeitig gesagt: »Du musst dich im System integrieren und herausfinden, wie du weitermachen kannst ...«. Wie auch immer, du schaust dich um und du siehst den Shit der weitergeht und denkst: What the fuck? Auch fühle ich mich selbst sehr wischi-waschi. Ich weiß nicht, wo meine besonderen Werte liegen ... Ich habe keinen bestimmten Bereich, von dem ich sagen könnte: »100 Prozent, von dem, wofür die anderen kämpfen, oder wie sie dafür kämpfen, ist voll und ganz gerechtfertigt« [...] Meine Gründe, warum ich zur Demonstration gegangen bin, sind Dinge, die ich schon immer überlegt und als wichtig empfunden habe. Ich fühle mich irgendwie verantwortlich für die Sachen, die ich sehe, die passieren. Ich ging dorthin und versuchte zu protestieren, gegen das Falsche, das mir auffällt, gegen alles Falsche, das ich fühle, das stattfindet – aber nicht in einem definierten Bereich, eher im Allgemeinen [...] Die Leute waren sehr involviert. Auf eine Weise schienen sie das Protestieren zu genießen – eine Energie die ich fühlte für etwas zu kämpfen. Während der Unruhen, als die Leute Steine warfen, gab es Feuer, und die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Es ging vorwärts und rückwärts fast kriegsähnlich mit ziemlich hoher Energie. Schließlich trieb die Polizei alle in Richtung Parkeingang, weil sie die Fahrzeuge mit den Wasserwerfern nun dort auf sie gerichtet hatten – keine Ahnung, wie die funktionieren. Sie fingen an, mit allen Fahrzeugen herumzufahren, so dass niemand mehr die Möglichkeit hatte nur dazustehen. Keiner konnte Widerstand leisten. Ich glaube, das war das Zeichen dafür, dass die Demonstration vorbei war und alle nach Hause gehen sollten. Also gingen die Leute – oder besser sie rannten, aber während sie rausliefen, wurden sie aufgehalten. Es waren schließlich nur noch circa 200 Leute da [...] Wir standen dort herum, weil sie sagten, sie müssten herausfinden, wen sie per Video aufgezeichnet hatten, damit sie sehen könnten, wer sich durch Sachbeschädigung strafbar gemacht hätte. Dann ließen sie einige Leute raus, die sich ausweisen konnten, das dauerte zehn Minuten. Alle sagten, in einer Stunde seien wir wieder draußen – wir sollten warten. Also warteten und warteten wir. Das war so gegen 19.30 Uhr. Es nahm kein End e. Überall war Polizei. Und dann schließlich um 0.30 Uhr nahmen sie allen die Ausweise weg und brachten uns in die Fahrzeuge, immer zehn mal zehn, und transportierten uns auf die Polizeistation in Tempelhof. Ich wusste zu dieser Zeit überhaupt nicht, was los war [...] Wir saßen in dem Fahrzeug in Tempelhof, aber sie ließen uns nicht raus, bis 4 Uhr früh [...] Ich finde es trotzdem gut, dort gewesen zu sein. Das gab dem Protest etwas Konkreteres. Mir war klar, warum ich die Polizei hasste. Die Tatsache, dass sie uns dort (auf dem Platz) über mehrere Stunden festhalten konnten, ohne dass wir etwas tun konnten, und uns dann für vier Stunden auf der Polizeistation in einem Transporter gefangen hielten, um uns schließlich irgendwo in Tempelhof rauszulassen: »OK, jetzt könnt ihr nach Hause gehen« Dadurch konnte ich konkreter erkennen, warum ich dort war [...]
Mit seinen Erfahrungen auf offiziellen Mai-Demonstrationen in der Ex-DDR und in der Nationalen Volksarmee begründet ein Freund, Frank Motz, seinen Unwillen, nach der Wende an Massenkundgebungen in der BRD oder später bei Friedensmärschen in den U.S.A. der Bush-Ära teilzunehmen.
Frank Motz, Textauszug: Meine skeptische Grundhaltung gegenüber jeglicher politischen Massenwillensbekundung habe ich bislang immer mit meinen schlechten Erfahrungen im menschlichen Umgang bei der Nationalen Volksarmee begründet. Irgendwie wird das langsam lästig. Inzwischen würde ich mich gern für eine Sache begeistern, bei der ich Fahnen schwenkend mitmarschieren könnte. Aber was könnte das sein? Eine Demo für Woody Allen? Die »Teilnahme am 1. Mai« war in der DDR eine Pflichtveranstaltung mit Verpflegungsbeuteln und Wink-Elementen. [...] Doch auch die Weimarer Dienstagsdemonstrationen zur politischen Wende 1989 ließ ich – obwohl ich mich mit meiner passiven Rolle sicher nicht schmücken möchte – mit Freunden und einem Kopfkissen im Fenstersims des dritten Stocks lümmelnd – an mir vorbeidefilieren. Vielleicht lag mir nicht viel daran, gemeinsam mit anderen, deren Schulterschluss mir fragwürdig erschien, »Stasi in die Volkswirtschaft« zu schreien. Jenes Unwohlsein gegenüber dem Rausposaunen einer gleichgeschalteten Meinung schien wohl den Ausschlag für meine Abneigung zu geben. […] (Auch) noch in der späten DDR, wurde offensichtlich die individuelle Abwesenheit bei Kundgebungen schlecht angesehen. Wieder hatte ich das Gefühl, das sei nicht mein Ding [...] Während meines ersten Besuchs auf dem Ku’damm geriet ich plötzlich in eine Demo mit für mich nicht erkennbarem Motiv. Alles ging sehr rasch, mal rannte man einen Block, dann blockte die Polizei den Run, alles steckte – im Gegensatz zu den Vorwendedemos – voller Dynamik und Energie [...] Neulich fasste ich Mut und dachte einen Augenblick daran, [...] nach Washington D.C. zu fahren und mit tausenden anderen gegen die US-amerikanischen »We-will-fight-back«-Allüren zu demonstrieren. Irgendwas hat mich dann – zehn Jahre nach der DDR – doch davon abgehalten.
VAFFANCULO POLIZIA
Während ich an der Vorbereitung zu der Installation im Kunstraum Bethanien den Juli 2001 in Berlin verbrachte, machten sich Freunde von mir auf den Weg nach Genua, um an den Protesten gegen das G8-Treffen teilzunehmen. Ich habe das Foto VAFFANCULO POLIZIA, welches den Übergriff der Polizei auf die Indymediazentrale während des G8-Treffens zeigt, mit in die Installation aufgenommen, um darzustellen, dass eine neue außerparlamentarische, heterogene Bewegung des Protestes zunehmend stärker und präsenter geworden war – eine Bewegung, die sich allerdings einer extremen Repression (wie die Übergriffe der Polizei zeigen) gegenübergestellt sah. Die Proteste, die sich im Laufe der neunziger Jahre neu entwickelt hatten – von den Zapatisten in Mexico, bis zu den Protesten gegen die WTO und den globalen Kapitalismus in Seattle, Göteborg, Evian, Prag und eben Genua 2001 – zeugen von einer Vielzahl politischer Entwürfe, die sich unter einer lokal sowie global agierenden Bewegung zusammenfindet. Genua war dabei ein vorläufiger Höhepunkt einer offensiven, linken Politik. Part 3: Christopher Wool
In diesem Teil der Installation soll mit Hilfe einer Re-Interpretation der ästhetischen Vorgehensweise Christopher Wools untersucht werden, was Kunst »ausmacht« und was Kunst »macht«. Orientiert am Ansatz von Felix Mendelssohn-Bartholdi, der 1829 die Mathäus Passion von Johann Sebastian Bach wieder spielte, habe ich Christopher Wools Manier der Buchstabenmalerei adaptiert und durch einen Textes von Ernesto Laclau ergänzt: »The idea that the social is founded on a substantial basis is abandoned, means the concept of society as a closed entity is impossible.« (Die Vorstellung, dass das Soziale auf einer dauerhaften Grundlage basiert, wurde verworfen, was bedeutet, dass das Konzept der Gesellschaft als geschlossene Entität unmöglich ist«).


Installation. Materialliste:
Part 1. Putsch. Wandfarbe schwarz. Tiefgezogenes Acryl. 380 x 310 x 5 cm.
Part 2. Audio (Sina Choi). CD-Player mit zwei Aktivlautsprechern. Zwei Stühle, schwarz, Design Flötotto.
Text (Frank Motz). Digitaldruck, 43 x 68 cm. 4 transparente Pins. Wandfarbe silber.
VAFFANCULO POLIZIA. Digitaldruck, 13 x18 cm. 2 transparente Pins.
Part 3. Christopher Wool. Filzstift auf Wand, grau.
Ausstellung: Auf offener Straße. Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Berlin 2001.

 


How can we take a particular place into consideration and then, starting from there, enter into referential systems invoking other places both familiar and unfamiliar? The Mariannenplatz square in Kreuzberg, Berlin and the events of the leftist May protests in the year 2001, as well as the subjects of revolts and their antagonistic signs, comprise the point of departure of the three-piece installation, for which I’ve asked Sina Choi and Frank Motz for contributions. Putsch, VAFFANCULO POLIZIA and Christopher Wool are parts of an arrangement whichs trys to conjoin the “local” level and the “global” level. (“Local” and “global” here are supposed to characterize not only the spatial but also the temporal positions of the bodies and their actions.) The idea is to form a connection between micro-political approaches and “meta-political” imaginations of a globally political subjectivity. At the center of the micro-political approaches are the political practices of social and political action, approaches situated outside of particular institutions and that conceive of the political space in its everydayness and in its nature as the interaction and communication between a few people.
One of the considerations is how we can interconnect globally (emerging from these micro-political approaches) in order to frame the notion of a community that is more than the sum of its parts, in which there is not a totalitarian “us” but rather an (in)different, divergent one. Which sets emerge from the overlapping of micro-politics and how do they present themselves? I have made use of antagonistic signs in the context of street revolts in Socialist states, in Western states and in “third-world” states, as well as various statements from the fields of Western art, left-wing theory and radical resistance.
Part 1: Putsch
The concrete historical event of the street battle in Manila on May 1st, 2001, is visually quoted. Politically the complete antithesis to the traditionally leftist May demonstrations, it involved the attempted putsch by followers of the populist former president Joseph Estrada and parts of the military against the incumbent governing coalition of President Arroyo.
Part 2: VAFFANCULO POLIZIA
Individual positions and their altered relation to the community
It seems impossible to us to settle down into a group, into the space of the communal, which extends beyond a two-person constellation. Nonetheless there emerges, mediated by the suddenness of an event, a variegation of previously perhaps unused possibilities of identification, also identities or patterns if you like, flourishing into the uncountable. Yet this diversity, undifferentiated and inexact, can still thwart certain courses that themselves are only apparently ordered. In redirecting or interrupting certain extant political streams, it can become politically effective.
Sina Choi, a friend who demonstrated in Berlin in May 1st, 2001, and was arrested, formulates here not only a disillusionment delivered to us by society but also the desire for new possibilities of political action. In consistent contradiction, she describes the impossibility of, and the longing for, disparate visions.
Sina Choi, Audio excerpt: »I had gone to the demonstration with a sort of feeling of guilt at going there at all, but I wanted to anyway, since in Berlin the energy was different (than in New York). I think the reality of my situation seems clearer over there. In Berlin I’m lifted out of my real life, so that I could do certain things that I might’ve felt too self-conscious for at home—going to a demonstration, for example. Just the fact that I’m studying at Columbia University and my parents pay $30,000 a year makes the whole thing a little contradictory. The protests that took place there weren’t by the workers themselves, rather by elite college kids that had a lot of things to read—things that you read and say, “Yes, that’s right. Yes, the workers are oppressed and it’s true that the major companies decide what happens.” And at the same time you’re told: “You have to integrate yourself into the system and see what you can do to go on and further yourself...”. But still you look around and see the shit that keeps going on and you think: what the fuck? I also feel very wishy-washy myself. I don’t know what my values are especially...There’s no particular area where I could say: “One hundred percent of what the others are fighting for, or how they fight for it, is completely justified“ [...] My reasons for going to the demonstration are things that I’ve always thought about and always found important. I felt somehow responsible for the things that I saw happening. I went there and tried to protest against the things that struck me as being wrong, against everything that I feel is wrong, that is happening—but not in any particular area, rather in general [...] The people were very involved. In a way they seemed to enjoy the protests—an energy I felt, of fighting for something. During the rioting, as the people were throwing stones, there was a fire, and the police used water cannons. It went back and forth almost like a war, with pretty high energy. Ultimately the police drove everyone towards the park entrance, since they had then aimed the vehicles with the water cannons at them there—no idea how they work. They started driving around with all the vehicles, so that no one could possibly stand there anymore. No one could resist at all. I think that was the sign that the demonstration was over and everybody was to go home. So the people walked away—or rather they ran, but as they ran out, they were detained. There were only around 200 people still there at the end [...] We stood around there, because they said they had to find out who they had recorded on video, so they could see who had made themselves criminally liable for property damage. Then they let a few people out who could show ID. That took ten minutes. Everyone said we would be out again in an hour—we were supposed to just wait. So we waited and waited. That was around 7:30 in the evening. It never ended. There were police everywhere. Then finally around 12:30, they took everyone’s ID away and brought us all into the vehicles, always in groups of ten, and took us to the police station in Tempelhof. At this point I didn’t know what was going on at all [...] We sat in a vehicle in Tempelhof, but they didn’t let us out until around 4 o`clock in the morning [...]
I find it good nonetheless to have been there. It gave the protest something more concrete. It was clear to me why I hated the police. The fact that they could hold us there (on the square) for several hours, without our being able to do anything, and then held us captive in a transporter at the police station for four hours only to finally let us out somewhere in Tempelhof: “OK, you can all go home now”. Through this I could see more concretely why I was there [...]

Based on his experiences at official May demonstrations in the former East Germany and in the National People’s Army, a friend, Frank Motz, justifies his reluctance to take part in mass demonstrations in the united Germany and, later on, in the peace marches in the Bush-era US.
Frank Motz, Text excerpt: So far I have always justified my fundamentally skeptical attitude toward every mass demonstration of political will based on my negative experiences in human relations in the National People’s Army. Somehow it’s getting tedious. In the meantime I would love to get enthusiastic for a cause where I could march along with the others waving flags. But what could that be? A demonstration for Woody Allen? In East Germany the “participation in the 1st of May” was a mandatory event, with care packages and wave-items. [...] Yet at the political turn in 1989 I also watched the Weimar Tuesday-demonstrations file past me, sprawling in the windowsill with a pillow and some friends—although I certainly don’t want to commend myself for my passive role. Maybe it just wasn’t important to me to shout “Stasi into the workforce” with others whose solidarity seemed to me questionable. This discomfort when faced with the trumpeting-out of a consolidated opinion seemed to be the decisive factor in my disinclination [...] (Also) even in late East Germany, individual absence from demonstrations was patently frowned on. Once again I had the feeling that it just wasn’t my sort of thing [...] During my first visit to the Kurfürstendamm, I suddenly got caught up in a protest without any motive I could recognize. Everything went very quickly, people would run for a block and then the police would stop the run, everything was—in contrast to demos before the wall fell—dynamic and full of energy [...] Recently I gathered my courage and thought for a moment [...] of going to Washington D.C. and protesting the American “We-will-fight-back” allure with thousands of others. But something—ten years after East Germany—still held me back.

VAFFANCULO POLIZIA
As I spent July 2001 preparing the installation in Kunstraum Bethanien in Berlin, friends of mine were on the way to Genoa to take part in the protests against the G-8 summit. I incorporated the photo VAFFANCULO POLIZIA into the installation, which shows the police assault on the Indymedia central office during the G-8 summit, in order to demonstrate that a new heterogenous and extra-parliamentary protest movement had become increasingly strong and present—a movement that admittedly saw itself facing extreme repression (as the police assaults show). The protests that had re-developed themselves in the course of the Nineties—from the Zapatistas in Mexico, to the protests against the WTO and global capitalism in Seattle, Göteberg, Evian, Prague and of course Genoa in 2001—bear witness to a diversity of political projects coming together under a movement taking global as well as local action. Genoa was thus the preliminary high point of an offensive leftist politics.
Part 3: Christopher Wool
In this part of the installation I wanted to investigate what “makes up” art and what “makes” art, with the aid of a reinterpretation of Christopher Wool’s aesthetic method. Oriented on Felix Mendelssohn-Bartholdy’s approach, who in 1829 replayed the Saint Matthew Passion by Johann Sebastian Bach, I have adapted Christopher Wool’s manner of painting letters and supplemented it with a text by Ernesto Laclau: “The idea that the social is founded on a substantial basis is abandoned, means the concept of society as a closed entity is impossible.”


Installation. Liste of Materials:
Part 1. Putsch. Black wall paint. Deep drawn plastics. 380 x 310 x 5 cm.
Part 2. Audio (Sina Choi). CD Player with two loudspeakers. Two chairs, black, design by
Flötotto.
Text (Frank Motz). Digital print, 43 x 68 cm. Four transparent pins. Silver wall paint.
VAFFANCULO POLIZIA. Digital print, 13 x18 cm. Two transparent pins.
Part 3. Christopher Wool. Marker on wall, grey.
Exhibition Auf offener Straße. Kunstraum Kreuzberg/Bethanien. Berlin 2001.