helle nacht nichten;

 

 

 
Video, 20 min, Germany 2004


 

This is not an attempt to explain anything. Neither an object nor a subject. Catching at best: movements, moods, bodies – maybe just evoking bodies. The representation of reality seems completely boring since the actual conditions are by far not absurd enough. Historical remanants can be found in the question “What did you do this summer?” A saying recovered from Jean Rouch’s and Edgar Morins’ Chronicle of a Summer from 1960 – another pre-revolution movie.


Semidigital. Semispectacular. An outside doesn’t exist anymore, not even outside images. [There is] No outside the chopped up film structure and its chain of associations. Varying speeds.

 

In the end, nothing falls into place with a higher unity. No error-aesthetic. The images stay neatly clean. Polite rejection. Many perfect little image units that loose their discreetness because of or through their quantity and which can hardly be re-functionalised, rejecting any syntax that always aims at a solution in the end. Isn’t syntactical meaning always, Totalitarian truth, as soon as it takes shape? You have to stop drawing conclusions. Avoiding the coercion of meaning that apparently can only work in a certain field. Seeing what happens.
No unity, no subject of a statement. The Syntax won’t be fulfilled; parts of the conclusions come to a halt: new combinations of sub-syntagma.

 

Word groups don’t form sentences but chains. We don’t have to go anywhere and repeat the already formed plot of meaning. Building a web without progression instead. The only way to form other syntagma of meaning is to pretend to eliminate known meanings and to build holes and nests for new ones.

 
 

Faces: Faces of politicians, models, victims. Open up. The non-face is connected with language, since it is absurd to believe that a language with faces could mediate a new message, one that wasn’t there before. The general grammar is always connected with the education of faces. The redundancy of faces gets repeated.


Images and gestures: neither substance nor form. The gestures neutralize rather than build up on each other; they don’t educate and have not been produced to please the viewer.

 
 

 

 

Es wird hier nicht versucht, etwas zu erklären. Weder ein Objekt noch ein Subjekt. Im besten Fall Auffangen. Bewegungen, Stimmungen, Körper, vielleicht sogar nur Heraufbeschwören von Körpern. Die Abbildung der Realität erscheint völlig langweilig, denn die realen Verhältnisse sind noch lange nicht absurd genug. Der historische Rest liegt in der Frage »Was machst du diesen Sommer?«. Eine wieder hervorgezogene Redensart von Jean Rouchs und Edgar Morins Chronik eines Sommers von 1960 – auch ein Prärevolutionsfilm.


Semidigital. Semispektakulär. Ein Außen gibt es nicht mehr, auch nicht ein Außerhalb der Bilder. Kein Außerhalb der Zerstückelung der Filmstruktur und ihrer Bedeutungsketten. Unterschiedliche Geschwindigkeiten.

 
 

 

Am Ende fügt sich dennoch nichts zu einer höheren Einheit zusammen. Keine Fehlerästhetik. Die Bilder bleiben fein sauber. Freundlich verweigern. Viele perfekte kleine Bildeinheiten, die ihre Diskretheit schon allein oder nur durch ihre Menge verlieren und kaum refunktionalisiert werden, die sich der Syntax verweigern, die am Ende immer einen Schluss ziehen möchte. Denn ist der syntaktische Sinn, sobald er Gestalt annimmt nicht immer schon totalitäre Wahrheit? Ihr müsst schon selber damit aufhören, Schlüsse zu ziehen. Sich dem Bedeutungszwang entziehen, von dem man das Gefühl hat, dass er sich immer nur in einem bestimmten Bereich bewegen kann. Schauen, was dann passiert. Keine Einheit, kein Subjekt der Aussage. Die Syntax wird nicht eingelöst, die Zusammenfassungen bleiben zum Teil stehen: neue Zusammensetzung von Untersyntagmen.

 
 

 

Wortgruppen bilden keinen Satz sondern Ketten. Wir müssen nirgendwohin und nicht den bereits gebildeten Bedeutungssatz wiederholen. Stattdessen ein progressionsloses Netz bilden. Man kann nur dann viele andere Bedeutungssyntagmen bilden, wenn man den Anschein erweckt, die bekannten Bedeutungen zu eliminieren und Löcher und Nester für neue zu bauen.


Gesichter. Politikergesichter, Modellgesichter, Opfergesichter. Aufmachen. Das Nicht-Gesicht wird mit Sprache verbunden. Denn es ist absurd zu glauben, dass eine Sprache mit Gesichtern eine Botschaft vermitteln könnte, eine, die nicht schon vorher da war. Die allgemeine Grammatik ist immer mit der Erziehung der Gesichter verbunden. Die Redundanz der Gesichter wird erwidert.


Bilder und Gesten: weder Substanz noch Form. Die Gesten bauen nicht aufeinander auf, heben sich eher auf, bilden nicht und wurden nicht zur Freude der Betrachter/innen erzeugt.