Erase you (Acéphale mix)
         

Video, 5 min, Berlin 2005

 

     
   

   
    Horde-community-separation. Doing nothing tangible, besides giving oneself up, moving inside holes, moving in the ground. Fading out the social, the society. Disaffirming the society, rejecting the thoughts of society. Decollate the head of the community; decollate the head of the individual. The consequence: taciturnity, closelessness. A closelessness, which moves towards depression. If one attempts to emancipate oneself from the world, one has to distance oneself from oneself. Distance oneself above all in the direction of how one believes he or she seams to be made. So that one distance oneself from the power, which is “inside” oneself, but the problem is: to what extent is the power (which is inside oneself) the negative power and to what extent is it the “life” itself - thus what makes people so blissful.


Finding images for it, finding words for it. Finding ways to articulate the words to communicate devoid of communicating. Deliberately blindfolded. One can call this a project for concepts for a life practice, eine Lebensform or a lifestyle. But if life turns into a work of art, that doesn’t mean the construction of the own being as art, but it means a sort of disappropriation of oneself. At this point one feels its own being and oneself as a mode, as a construction. The subject is no longer present, no longer existent, neither in thinking nor in things. One can call it striping of oneself. One probably gets into a zone of indefinableness or indifference, if the “I” and its disappropriation collapse into each other. At least we forget our own presence as subject and defend ourselves as a project against the author.

 

 

 

Eine Hordengemeinschaftsvereinzelung. Die nichts Greifbares tun, ausser sich Hingeben, Hineingehen in Löcher, in den Boden. Ausblenden des Sozialen, der Gesellschaft. Ablehnung der Gesellschaft, Ablehnung des Denkens in Gesellschaften. Der Gemeinschaft den Kopf abschlagen, dem Individuum den Kopf abschlagen. Das Resultat: Verschlossenheit. Eine Verschlossenheit die in Richtung Depression geht. Wenn man sich von der Welt zu emanzipieren will, muss man sich von sich selbst distanzieren. Distanzieren vorallem in Hinsicht auf das, wie man meint „ge(M)acht“ zu sein scheint. Damit distanziert man sich von der Macht, die „in“ einem ist, aber das Problem ist: Inwieweit ist diese Macht („die in einem ist“) die negative Macht und inwieweit ist sie das Leben selbst - also das, was die Menschen so glückselig macht?

Bilder dafür finden, Worte dafür finden. Wege finden, die Worte so auszusprechen, dass sie sprechen, ohne zu kommunizieren. Freiwillig unterreflektiert. Man könnte es als eine Arbeit an Konzepten für eine Praxis des Lebens, eine Lebensform oder einen Lebensstil beschreiben. Wenn ein Leben zu einem Kunstwerk wird bedeutet das aber nicht, die Konstruktion des eigenen Lebens als „Kunstwerk“, sondern es bedeutet eine Art Enteignung von sich selbst. An diesem Punkt fühlt man sein eigenes Leben und sich selbst als einen Modus, als eine Konstruktion. Das Subjekt ist nicht mehr länger anwesend, ist nicht mehr vorhanden, weder im Denken noch in den Dingen. Man könnte es als ein „von sich selbst lösen“ bezeichnen. Man kommt da vermutlich in eine Zone der Unentscheidbarkeit oder Indifferenz, wenn das „Ich“ und seine Enteignung zusammenfallen. Zumindest vergessen wir unsere eigene Anwesenheit als Subjekt und verteidigen uns selbst als Projekt gegen den Autor.

 

 

     
       
    Interview Giogrio Agamben