Jennifer Lopez has an army of muscled bound dancers.
When they put on their sunglasses they look like Black Panthers
and they eat organic food not to get cancer.

aus Dead Body Music, von Elke Marhöfer und John Kelsey


Elke Marhöfer zeigt in ihrer Ausstellung bei Koch und Kesslau 2 als
Kernarbeit ein Remake der 1967 entstandenen Arbeit »The Tomb - the
Death of a Hippie« von Paul Thek, in der der Künstler von sich ein
Selbstportrait als toter Hippie im Sarg anfertigte. Damit zitiert sie
eine Arbeit, die damals, im Jahr ihrer Geburt, für einen Wechsel, hin
zu einer radikaleren, politischeren Bewegung stand. 1968, das Jahr
des Pariser Frühlings und der Beginn der Radikalisierung der RAF im
Untergrund, steht für den letzten Versuch einer Revolution in der
westlichen Welt.
Elke Marhöfer transferiert die Arbeit in die heutige Zeit, in der der
Kapitalismus mit seiner globalisierten Ausdehnung die dominierende
Strömung darstellt und das Marketing der großen Konzerne jede
Undergroundbewegung schluckt und für die eigenen Zwecke gebraucht.
Eine Zeit in der jede Protestbewegung ihre eigene Mode entwickelt und
zur begehrten Zielgruppe der Produzenten wird.
Die Arbeiten von Elke Marhöfer bewegen sich genau an der
Schnittstelle von ästhetischer Repräsentation und politisch-sozialer
Verantwortung der bildenden Kunst gegenüber der Gesellschaft.
Inwieweit geht es um Gestaltung oder um ein gesellschaftliches
Anliegen? Wie kann ein Künstler Veränderung bewirken und was hat
seine ästhetisch-gestalterische Arbeit damit zu tun?
In Kooperation mit anderen Künstlern und Freunden betritt Elke
Marhöfer ein breites Spektrum von kulturellen Feldern, wie Mode (die
Kleidung der Puppe wurde von Carissa Roderiguez entworfen) oder
Popmusik (der Song Dead Bodies wurde von TJ Free und Dj Franz
eingespielt). In konsequenter Fortsetzung ihrer Arbeit lädt sie am
Sonntag nach der Eröffnung eine Auswahl zeitgenössischer
Protestbewegungen ein, sich in der Galerie zu präsentieren. Auch hier
wird durch das Transferieren politisch agierender Gruppen in einen
Kunstraum, die Wahrnehmung sozio-kultureller Phänomene kontextuell
verschoben und in beide Richtungen gelenkt - Betrachter und
Protestgruppen werden von verschiedenen Seiten auf sich schauen und
aufeinderzubewegen.
Mit der zweiten Ausstellung von Elke Marhöfer eröffnet die Galerie
zusätzlich neue Räume in der Brunnenstraße 172.
Text und Einladung von Andreas Koch und Sybille Kesslau

pressetextkochundkesslau.html


Jennifer Lopez has an army of muscled bound dancers.
When they put on their sunglasses they look like Black Panthers
and they eat organic food not to get cancer.

aus Dead Body Music, von Elke Marhöfer und John Kelsey

Elke Marhöfer zeigt in ihrer Ausstellung bei Koch und Kesslau 2 als
Kernarbeit ein Remake der 1967 entstandenen Arbeit »The Tomb - the
Death of a Hippie« von Paul Thek, in der der Künstler von sich ein
Selbstportrait als toter Hippie im Sarg anfertigte. Damit zitiert sie
eine Arbeit, die damals, im Jahr ihrer Geburt, für einen Wechsel, hin
zu einer radikaleren, politischeren Bewegung stand. 1968, das Jahr
des Pariser Frühlings und der Beginn der Radikalisierung der RAF im
Untergrund, steht für den letzten Versuch einer Revolution in der
westlichen Welt.
Elke Marhöfer transferiert die Arbeit in die heutige Zeit, in der der
Kapitalismus mit seiner globalisierten Ausdehnung die dominierende
Strömung darstellt und das Marketing der großen Konzerne jede
Undergroundbewegung schluckt und für die eigenen Zwecke gebraucht.
Eine Zeit in der jede Protestbewegung ihre eigene Mode entwickelt und
zur begehrten Zielgruppe der Produzenten wird.
Die Arbeiten von Elke Marhöfer bewegen sich genau an der
Schnittstelle von ästhetischer Repräsentation und politisch-sozialer
Verantwortung der bildenden Kunst gegenüber der Gesellschaft.
Inwieweit geht es um Gestaltung oder um ein gesellschaftliches
Anliegen? Wie kann ein Künstler Veränderung bewirken und was hat
seine ästhetisch-gestalterische Arbeit damit zu tun?
In Kooperation mit anderen Künstlern und Freunden betritt Elke
Marhöfer ein breites Spektrum von kulturellen Feldern, wie Mode (die
Kleidung der Puppe wurde von Carissa Roderiguez entworfen) oder
Popmusik (der Song Dead Bodies wurde von TJ Free und Dj Franz
eingespielt). In konsequenter Fortsetzung ihrer Arbeit lädt sie am
Sonntag nach der Eröffnung eine Auswahl zeitgenössischer
Protestbewegungen ein, sich in der Galerie zu präsentieren. Auch hier
wird durch das Transferieren politisch agierender Gruppen in einen
Kunstraum, die Wahrnehmung sozio-kultureller Phänomene kontextuell
verschoben und in beide Richtungen gelenkt - Betrachter und
Protestgruppen werden von verschiedenen Seiten auf sich schauen und
aufeinderzubewegen.
Mit der zweiten Ausstellung von Elke Marhöfer eröffnet die Galerie
zusätzlich neue Räume in der Brunnenstraße 172.

Text und Einladung von Andreas Koch und Sybille Kesslau